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Die Traumdiebe von Cherie Dimaline – Buchrezension

Die
Traumdiebe“ von Cherie Dimaline
Heyne
Verlag – März 2020 – Dystopie – Band 1 der Reihe – Hardcover
– 303 Seiten – 15,00€ – Originaltitel: The Marrow Thieves –
Übersetzung: Nikolaus Stingl
Vielen
Dank an Bloggerportal für das Rezensionsexemplar*

💜💜💜💜💜

*Das Buch wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt, die Rezension spiegelt meine persönliche, unvoreingenommene Meinung wieder.
Frenchie’s
Geschichte ist herzzerreißend, charakterstark und tief berührend“
Worum
es in der Geschichte geht:
Kanada’s Natur ist nach
Umweltkatastrophen zerstört., die Gewässer sind stark verschmutzt,
das Klima hat sich verändert und die Menschen haben, bis auf wenige,
die Fähigkeit zu träumen verloren.
Frenchie gehört zur
Minderheit der Träumenden und ist somit ein wichtiger „Rohstoff“,
denn es wurde eine Möglichkeit entwickelt die Träumenden zu
„verwerten“, um den Nicht – Träumenden zu helfen ihren Makel
zu beheben.
Wie der Rest seines
Volkes – den Ureinwohnern Kanadas – sind auch er und sein Bruder
auf der Flucht vor den „Anwerbern“ die seines gleichen jagen,
fangen und letztendlich töten.
Nachdem er schon Mutter
und Vater verloren hat verliert er auch noch seinen Bruder an die
„Schulen“ und steht ganz alleine da. Er tut was ihm sein älterer
Bruder immer wieder eindringlich ans Herz gelegt hat, er flieht
Richtung Norden.
Halb verhungert und
schwer krank findet ihn eines Tages eine kleine Gruppe von Flüchtigen
im Wald und nimmt sich seiner an. Frenchie überlebt und findet in
seinen Rettern eine neue Familie, mit der er Richtung Norden vor den
„Anwerbern“ flieht.
Immer wieder gibt es
neue persönliche Herausforderungen und Gefahren die sie gemeinsam
überstehen müssen und nirgends ist die kleine Gruppe wirklich
sicher. Viele Schicksalsschläge gibt es wegzustecken, die Frenchie
zu einer Entscheidung zwingen.
Mein
erster Eindruck zum Buch:
Das Cover ist
wunderschön und etwas ganz besonderes. Es ist kreativ und strahlt
eine unbeschreibliche Atmosphäre aus. Beim betrachten habe ich lange
überlegt was hier nicht so richtig passt und dann ist mir
aufgefallen, das das Bild erst Sinn ergibt, wenn man das Cover auf
den Kopf stellt. Denn Unten ist Oben. Ab hier war mir klar das in
diesem Buch eine tolle Geschichte stecken muss und so war es dann
auch.
Schreibstil
und Lesefluß
Cherie Dimaline hat
einen wahnsinnig lebendigen und mitreißenden Schreibstil.
Ich habe ihre Worte
nicht nur gelesen, ich habe sie erlebt und gefühlt. Ich hatte klare
Bilder vor Augen, so extrem anschaulich und durchdringend beschreibt
sie die Umgebung und ihre Protagonisten. Sie arbeitet sehr viel mit
Metaphern und das gefällt mir immer besonders gut. Die Kapitel haben
Überschriften, die einem eine Ahnung davon geben worum es im
Abschnitt gehen wird und führt einem so Stück für Stück durch
Franchie’s Geschichte.
Dieses Buch liest sich
wundervoll, dank dem unkomplizierten Sprachstil. Wenn ich die Zeit
gehabt hätte, wäre ein Tag für deise Geschichte kein Problem
gewesen.
Zur
Geschichte:
Der Einstieg in die
Geschichte war vom ersten Wort an ergreifend für mich.
Die Traumdiebe ist
keine Dystopie im klassischen Sinne, der „Held“ kämpft nicht,
zumindest nicht offensichtlich. Er flieht und versucht in einer
grausamen Welt zu überleben. Es geht darum wie die Menschen unter
extrem Bedingungen fühlen, denken und handeln. Das macht die
Geschichte zu etwas ganz besonderem.
Das erlebte wird aus
Frenchie’s Perspektive in der Ich-Form erzählt, was einem dem
Protagonisten gleich viel näher bringt.
Die Geschichte ist auf
ihre Art fesselnd, mitreißend und spannend. Schon nach dem ersten
Kapitel hatte ich Tränen in den Augen, so sehr hat es mich berührt.
Im Mittelpunkt steht
die kleine Gruppe von 10 Personen und Cherie Dimaline erzählt nicht
alles sofort, nach und nach erfährt man die Geschichte der einzelnen
Protagonisten, der Ureinwohner Kanadas, wie es zu den
Naturkatastrophen kam und welche Auswirkungen sie auf die Menschheit
hat.
Die
Charaktere:
Es würde den Rahmen
sprengen jetzt auf jeden einzelnen Charakter einzugehen, aber so viel
steht fest obwohl es einige waren war es überhaupt kein Problem den
Überblick zu behalten und sie alle zu mögen.
Frenchie und seine neue
Familie sind bis auf’s kleinste Detail ausgearbeitet und regelrecht
echt. Jeder von ihnen ist etwas ganz Besonderes. Es war von der
ersten Seite an ganz einfach zu den Protagonisten eine Verbindung
aufzubauen und mich von ihren Schicksalen, Hoffnungen und Wünschen
berühren zu lassen.
Es sind oft kleine
Details, die sie durch und durch menschlich machen. Es wurde ganz
klar transportiert um was für Menschen es sich handelt und wie
wichtig ihnen Nächstenliebe und ihre Werte sind. Auch die
Charakterentwicklung, speziell bei Frenchie, hat mich immer wieder
ganz deutlich spüren lassen was für ein hartes Leben er führt und
wie es sich auf ihn auswirkt.
Meine
Meinung:
Dieses
Buch ist etwas ganz, ganz besonderes. Es fing beim kreativen Cover an
und hörte dann nicht mehr auf mich zu begeistern.
Ich
war ab der ersten Seite gefesselt. Die Charaktere, das Setting und
die Atmosphäre die hier transportiert werden haben mich emotional
umgehauen. Durch den lebendigen und anschlichen Schreibstil konnte
ich jedes Detail regelrecht spüren. Die Protagonisten, ihre Gefühle
und ihre Handlungen waren so echt und teilweise herzzerreißend, dass
ich öfter als mir lieb war Tränen in den Augen hatte.
Die
Gemeinschaft, die hier beschrieben wird ist herzerwärmend und so
lebendig das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Diese
Geschichte geht unter die Haut und regt zum nachdenken an. Ich habe
zwar nicht ganz verstanden warum es für „den weißen Mann“
lebensnotwendig ist zu träumen, aber das ist mir auch egal. Die
Gefahr durch die „Anwerber“ bietet letztendlich nur den Rahmen
für diese emotionale, tiefgründige Geschichte über Liebe, Familie
und Werte.
Die
echte Spannung läuft auf Charakterbasis und den herzzerreißenden
Schicksalen, die jeden der Gruppe Richtung Norden führt.
Ich
hoffe sehr das es noch einen weiteren Band geben wird, denn ich
möchte gerne noch viel, viel mehr über Frenchie und seine Familie
lesen.

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