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TadTime – Das Erwachen der Schatten von Jonas M. Light

TadTime – Das Erwachen der Schatten“ von Jonas M. Light

Selfpublished– 2020 – Fantasy – Episode #6 – #10 – Taschenbuch – 501 Seiten – 16,99 € –

💜💜💜💜
(3,5/5)

Vielen Dank an Jonas M. Light für das Rezensionsexemplar

Eine tolle Idee und eine fantasiereiche Welt. Ich hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht.“

Auf „TadTime – Das Erwachen der Schatten“ von Jonas M. Light bin ich rein zufällig gestoßen. Das Cover hat mir sofort super gut gefallen und der Klappentext klang interessant und so habe ich mich auf Tad’s Geschichte gefreut. Die ersten 5 Episoden hatte ich zwar nicht gelesen, aber das sollte sich nicht als hinderlich herausstellen, denn es war einfach in die Geschichte einzusteigen und einen Überblick zu bekommen.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, es enthält eine Karte des Planeten Jorum’s und am Ende tolle Illustrationen. Jede Episode hat ihren ihr eigenes, fantasiereich gestaltetes, Buchcover und die Episoden schließen mit einer Wahrnehmungsübung und einem Schlusswort ab.

Worum es in der Geschichte geht:

Tad ist nach seinem Freitod in einer parallel Welt gelandet. Unter der Führung von Fay – einer Lichtfee – hat er die Prüfung zum Schattenwart bestanden, von nun an beschützt er den Planeten Jorum vor den gefährlichen Schattenwesen, die den Planten zerstören wollen.

Den Schattenwesen war es möglich ein wichtiges Buch zu stehlen, in dem eine Prophezeiung steht, die ihnen helfen soll ihren finsteren Plan umzusetzen. Tad soll das verhindern, doch es werden ihm von einem der vier Herrscher Jorums Steine in den Weg gelegt. Während seinen Abenteuern lernt Tad nicht nur viel über den Planeten, für dessen Sicherheit er verantwortlich ist, sondern auch viel über sich selbst + er beginnt an seinen Schwächen zu wachsen. Tatkräftig wird er dabei von seinem „Partner“ Kwyx unterstützt.

Zur Geschichte:

Bevor man in Episode #6 einsteigt werden auf den ersten Seiten des Buches die letzten 5 Episoden zusammengefasst, so dass – auch wenn man die vorigen Teile nicht kennt – der Einstieg leicht fällt. Episode #1 – #5 bieten eine kurze Inhaltsangabe des bisherigen Verlauf von Tads Abenteuern.

Jede Episode ist übersichtlich in Kapitel eingeteilt, deren Überschrift im wesentlichen wieder gibt worum es geht.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven, von einem Erzähler, erzählt.

Der Planet Jorum ist in vier Reiche geteilt + die jeweiligen Schauplätze, samt Bewohner + Besonderheiten sind sehr ausführlich + detailliert beschrieben.

Tad trifft auf sehr viele fantasievolle Wesen und begibt sich an viele verschiedene, beeindruckende Plätze auf Jorum. Seine Reise ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Chance sich selbst zu finden. Fay, wie auch andere „Einheimische“, stehen ihm dabei mit Rat zur Seite. Diese Ratschläge sind sehr gut in die Geschichte eingearbeitet und werden am Ende jeder Episode als „Feel Übung“ noch einmal zusammengefasst und erklärt, so dass der Leser diese Wahrnehmungsübungen noch einmal in Ruhe durch lesen und Schritt für Schritt auf sich selbst anwenden kann.

Themen wie Achtsamkeit, Verständnis, Mitgefühl + Selbstreflektion spielen in der Handlung eine große Rolle. Licht gegen Schatten. Gut gegen Böse. Tad begibt sich, als Schattenwart, auf eine spirituelle Reise in einer lebendigen Fantasiewelt.

Die wirkliche Spannung liegt meiner Meinung nach nicht zwangsläufig in der Handlung selbst sondern eher darin wie mit seiner Situation umgeht und wie er sich geistig entwickelt und reift.

Episode #6 liest sich noch etwas steif, das wird ab #7 besser, hier stellt Jonas M. Light seinem Helden Tad einen Partner an die Seite. Kwyx lockert alles etwas auf + stellt Tad vor neue Herausforderungen + bringt ihn dazu sich selbst zu reflektieren.

Der Leser wird in eine fantasiereiche und spannend aufgebaute Welt entführt. Eingeteilt nach den vier Elementen hat jede ihre ganz eigenen Besonderheiten, Bewohner, Vegetation + andere Lebewesen und zeigt auf wie alles sich anpasst und einfügt. Der Aufbau, die Gesetze und die Strukturen sind sehr gut durchdacht und beschrieben.

Auch sie Schattenwelt, ein sehr düstere , trauriger Ort mit seinen boshaften + grausamen Wesen war spürbar und sehr detailliert beschrieben.

Die Charaktere:

Die Protagonisten sind alle sehr gut ausgearbeitet und umgesetzt. Viele verschieden Charakterzüge treffen im Laufe der Erzählung aufeinander. Mir hat ein klein bisschen der Funke gefehlt, sie waren all gut beschrieben, aber sie haben mich – bis auf Dr. Stein – nicht erreicht. Da hat noch ein klein bisschen das emotionale gefehlt. Nicht das ich sie nicht gemocht hätte, aber jeder wäre aus meiner Sicht austauschbar gewesen.

Tad, ist der „Lernende“ auf seinem Weg muss er sich nicht immer nur fremden „Dämonen“ stellen sondern oft auch seinen Eigenen.

Das macht er aber sehr gut. Er ist verständnisvoll + aufmerksam, ein guter Zuhörer, der gehörtes direkt umsetzt und so für sich selbst merkt das Widerstand + nicht Annehmen wollen oft zu mehr Leid führt als notwendig wäre.

Fay, die Weise und Polak, der Mitfühlende sind ihm dabei sehr gute Lehrer, aber auch Kwyx, der Aufmüpfige rührt eine Seite an ihm an der er dringend noch arbeiten muss.

Die Schattenwesen, die in dieser Geschichte hauptsächlich für negative Energie stehen waren sehr gut beschrieben. Es war absolut unmöglich auch nur ansatzweise Sympathie oder Verständnis für sie aufzubringen. Fiese, böse, hässliche Monster, die nur eines im Sinn haben, nämlich alles Gute zu zerstören. Aus welchem Grund ist mir allerdings nicht wirklich klar geworden.

Am besten hat mir Dr. Stein gefallen. Er ist der typische zerstreute Professor, hektisch und genial und hilft wo er kann.

Schreibstil und Lesefluss:

Jonas M. Light hat einen sehr anschaulichen + ausführlichen Schreibstil. Die Beschreibungen der Welt, ihrer Bewohner, der Besonderheiten, Vegetation usw. war sehr bildhaft. Teilweise war es mir persönlich etwas zu ausführlich.

Den jugendlichen Sprachstil fand ich sehr passend, ab und zu verfällt er in Umgangssprache, das fand ich aber nicht schlimm.

Die Geschichte lässt sich im Grunde schnell + locker lesen. Was mich sehr gestört hat waren die Perspektivenwechsel, die schon erzähltes wiederholten und und die Geschichte aber nicht wirklich voran bringen oder Spannung aufbauen konnten.

Die Atmosphäre – besonders der Schattenwelt – wurde sehr gut transportiert, emotional kam nicht immer alles bei mir an.

Meine Meinung:

TadTime – Das Erwachen der Schatten“ konnte mich nicht ganz überzeugen. Die Idee + die Welt haben mir sehr gut gefallen. Auch das Thema Achtsamkeit fand ich perfekt eingearbeitet + die „Feel“ Übungen am Ende jeder Episode waren kompetent und sehr gut erklärt. J. M. L Schreibstil fand ich bildhaft + besonders die Beschreibung der Welt – wenn auch manchmal zu ausführlich – atmosphärisch.

Leider kam für mich keine Spannung auf weil a) die Pläne der „Bösen“ schon im voraus verraten wurden – ich hätte mir gewünscht Tad findet es heraus – + b) die Perspektivenwechsel keine neuen Erkenntnisse brachten, Gefühle der Protagonisten widergespiegelt wurden oder überhaupt der Handlung dienlich gewesen wären sondern, zum Großteil, das bereits Erzählte wiederholten.

Das fand ich sehr schade, denn ich denke wenn ich nicht im voraus schon erfahren hätte wer was plant wäre Tad’s Geschichte super gewesen. Trotzdem hat mich „TadTime“ gut unterhalten + jeder der gerne neue, fantasiereiche Welten kennen lernen möchte + mal in das Thema Achtsamkeit hineinschnuppern will liegt mit diesem Buch genau richtig.

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