Alle Buchrezensionen,  Dystopie,  Jugendbuch

Rezension Der Riss in unserem Leben von Barry Jonsberg

Der Riss in unserem Leben – Barry Jonsberg – Jugendbuch Dystopie – 2022 – cbj Verlag – 274 Seiten – 17,00€ – ab 12 Jahre – Originaltitel: Catch me if I fall – Übersetzung: Ursula Höfker – ♥♥♥♥♥/5 – Rezensionsexemplar (Bloggerportal)

Mir wurde klar das ich keine Ahnung hatte wie die Welt wirklich funktionierte.“

Barry Jonsberg ist einer meiner Lieblingsautoren Nah der Pandora Stone Reihe ist dies das vierte Buch, das ich von ihm lese. Uns auch hiermit hat er mich wieder absolut abgeholt, berührt und zum nachdenken gebracht.

Worum es in der Geschichte geht:

Aiden + Amanda sind Eineiige Zwillinge, ein kleines Wunder in dieser rauen, gefährlichen vom Klimawandel zerstörten Welt. Denn es herrscht, der Lebensmittelknappheit geschuldet, eine 1 Kind Politik.

Trotz der Armut, die in Australien vorherrscht, haben die beiden großes Glück als Kinder einer renommierten, sehr reichen Forscherin auf dem Gebiet der KI Entwicklung, aufwachsen zu dürfen und das Elend geht an den Kinder vorbei. Zwillinge sind etwas besonderes und von klein auf wird den beiden eingeschärft aufeinander auf zu passen.

Als Aiden auf einem Schulausflug einen Unfall hat verändert er sich. Völlig irritiert von dem plötzlichen Wesenswandel ihres Bruders versucht Amanda heraus zu finden was mit ihm geschieht Dabei stößt sie auf eine Wahrheit, die ihre gesamte Welt ins wanken bringt und sie alles bisher erlebte hinterfragen lässt.

Zur Geschichte:

Barry Jonsberg entführt seinen Leser in ein düsteres vom Klimawandel zerstörtes Sydney. Die Lebensmittel sind knapp, der Ozonwert lebensgefährlich, es herrschst Armut und auf den Straßen der Stadt ist es so unsicher das man besser nicht alleine herum läuft. Hier treffen wir auf Aiden und Amanda, die behütet, geliebt + privilegiert aufwachsen dürfen und von all dem was um sie herum geschieht nichts mit bekommen. Sydneys Atmosphäre hat mich direkt umhüllt und ich konnte mir das Elend, die Gesellschaftskluft, die düsteren Aussichten und die Hitze sehr gut vorstellen. Der Autor beschreibt eine nicht erstrebenswerte, aber durchaus vorstellbare Zukunft.

Die Spannung der Geschichte basiert auf seinen Charakteren, was sie für mich sehr interessant gemacht hat. Fragen wie: Was passiert wenn du mal über den Tellerrand schaust? Ist alles schwarz oder weiß? Fragen zu Moral und ethisches Verhalten. Mit all dem setzen sich die beiden Hauptcharakter auseinander und finden so Stück für Stück zu sich selbst.

Die Charaktere:

Aiden und Amanda sind 12 Jahre und stehen kurz vor ihrem 13ten Geburtstag. Während Amanda zu Anfang sehr selbst zentriert ist und Aiden zu 100% auf seine Schwester fixiert verschiebt sich der Fokus des jeweils anderen im Laufe der Erzählung. Da hat mir sehr gut gefallen. Die beiden waren fantastisch beschrieben und ihre Handlungen waren echt und nachvollziehbar.

Amanda ist ein Wirbelwind, ausgelassen, neugierig und liebenswert. Aber sie ist es auch gewohnt das die Welt sich um sie und ihre Bedürfnisse dreht. Was sie aber nicht weniger sympathisch macht. Sie ist eben 12 Jahre alt. Sie ist auch hilfsbereit, höflich und intelligent.

Es fällt ihr leicht Freundschaften zu schließen und diese zu pflegen.

Aiden ist höflich, schüchtern, zurückhaltend, ängstlich, besonnen und für sein Alter sehr reif. Seine Welt dreht sich einzig und alleine um seine Schwester. Er hat keine eigene Meinung und keine Freunde am liebsten ist er alleine. Es reicht ihm völlig aus Zeit mit seiner Schwester zu verbringen.

Mr. Meredith muss hier noch erwähnt werden, denn so einen engagierten, einfühlsamen, lustigen, pädagogisch versierten Lehrer wünsche ich jedem Schulkind. Er spielt eine sehr wesentlich Rolle in dieser Geschichte und die Abschnitte in denen er vorkommt fand ich wundervoll.

Schreibstil:

Der Autor schreibt unkompliziert, gut verständlich, lebendig und einfühlsam. Immer wieder lese ich deshalb sehr gerne seine Bücher. Es fällt mir sehr leicht mit seinen Worten mitzufühlen und mich in seine Erzählungen fallen zu lassen.

Mein Fazit:

Ich fliege Amanda. Fang mich auf, wenn ich falle“

Der Riss in unserem Leben ist eine kurze, aber intensive Dystopie die mich abgeholt und zum nachdenken gebracht hat. Bary Jonsberg beschreit mit einfachen, lebendigen Worten eine beängstigende, aber nicht unvorstellbare Zukunft in der zwei junge Menschen sich mit Themen wie Vertrauen, Moral, Armut, Ethik, Selbstfindung und Autonomie auseinander setzen müssen.

Familie + Liebe, über den eigenen Horizont hinausblicken hat der Autor ganz wunderbar in nur 274 Seiten verpackt.

Obwohl die Protagonisten erst 12 Jahre sind und das wohl die Zielgruppe ist, denke ich das auch jeder Erwachsene aus dieser, Geschichte etwas für sich mitnehmen kann.

Ich habe jede Seite genossen und am Ende geweint, so sehr ging mir die Handlung unter die Haut und direkt in mein Herz.

Absolute Leseempfehlung für einfach jeden 🙂

Weitere Meinungen findest du bei

penguinrandomhouse.de
gedanken-vielfalt.de

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert