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Rabenprinz von Margaret Rogerson – Buchrezension

Rabenprinz“ von Margaret Rogerson

cbj Verlag – März 2020 – Fantasy – Einzelband – Hardcover – 377 Seiten – 17,00 € – Originaltitel: An Enchantment of Raven – Übersetzung: Claudia Max
💜💜💜💜💜+💜

Vielen Dank an Bloggerportal.de und cbj Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine spannende, mitreißende Geschichte über Liebe, Vertrauen, Eitelkeit und dem Wunsch nach Veränderung“

Worum es in der Geschichte geht:

Die 17jährige Isobel lebt in Whimsey und ist eine begnadete Künstlerin. Beim Volk der Elfen ist ihre Porträtmalerei sehr gefragt. Selbst nicht fähig Kunst zu erschaffen ohne zu Staub zu verfallen ist Whimsey der Ort an dem dieses oberflächliche, zu Emotionen unfähige, aber berechnend höfliche Volk, sich regelmäßig mit Schätzen eindeckt.

Isobel hat seit dem sie denken kann mit Elfen zu tun, kennt ihre Gewohnheiten, ihre Eigenarten und ihre Heimtücken. In all den Jahren hat sie sich ein ganz genaues Bild von ihnen gemacht und weißt wie sie mit ihnen umzugehen hat: Vertraue ihnen nicht, halte dich an ihre Regeln und wähle jedes Wort ganz genau, wenn du dich mit einem Zauber bezahlen lässt.

Doch eines Tages ändert sich alles. Als der Herbstprinz – Rook – ihre Stube betritt, um sich porträtieren zu lassen entdeckt Isobel etwas in seinen Augen, was alles was sie bisher meinte über Elfen zu wissen über den Haufen wirft. Rook empfindet – ganz deutlich kann sie es in seinen Augen sehen und malt es auch. Ein schlimmer Fehler, denn für Rook bedeuten Emotionen Schwäche und das Elfen Volk duldet keine Schwäche.

Ein schwacher Prinz ist ein toter Prinz und so muss Rook gemeinsam mit Isobel fliehen. Große Strapazen und Gefahren warten auf ihrem Weg ins Frühlingsland und dort angekommen nimmt die Gefahr ein ganz neues Ausmaß an.

Mein erster Eindruck zum Buch:

Ich bin komplett verliebt in dieses zauberhafte Cover und auch ohne Schutzumschlag ist es wunderschön und edel. Es passt fantastisch zu dieser, ein bisschen poetischen, Geschichte.

Der kurze Klappentext lässt einem noch nicht vermuten was für eine fantasievolle, tiefgründige Geschichte hier erzählt wird, aber er hatte mich sofort neugierig gemacht.

Elfengeschichten hatte ich bisher noch nicht wirklich viele gelesen, aber das wird sich nach diesem Buch ändern. Ich habe eine ganz neue Welt für mich entdeckt.

Schreibstil und Lesefluß

Neu war für mich, das Isobel den Leser direkt anspricht und ihre Geschichte erzählt.

Margaret Rogerson’s Schreibstil ist sehr detailliert und bildgewaltig. Das war wie Kopfkino sie lässt kein Detail aus, um ihrem Leser die Umgebung, die Atmosphäre und die Charaktere zu veranschaulichen. Dabei ist sie nicht ausschweifend oder packt unnötiges in ihre Sätze. Es ist ein sanftes, einnehmendes Gefühl das Buch zu lesen.

Sie hat es sogar geschafft an manchen Stellen, durch ihre schaurige Beschreibung Gänsehaut zu erzeugen.

Die beschriebenen Kampfszenen, die Natur, der Elfenglimmer haben mich besonderes in ihren Bann gezogen.

Zur Geschichte:

Von Anfang bis Ende fand ich die Geschichte fantastisch erzählt. Margaret Rogerson entführt einem in eine komplett andere Welt.

Während des Lesens entstand eine ganz besondere Atmosphäre und sie lässt kein Detail aus, um ihren Leser auf Isobels Abenteuer mitzunehmen.

Seite für Seite wird es immer spannender, anschaulicher, fantasievoller und tiefgründiger. Was Isabel und Rook erleben und wofür sie kämpfen ist fesselnd und so menschlich.

Die Handlung ist komplex und super durchdacht. So viel Fantasie, Farbe und Natur und die außergewöhnlichen Charaktere, die darin eingebettet sind waren für mich extrem spannend so etwas in die Art hatte ich noch nicht gelesen.

Ganz speziell das Volk der Elfen hat mich fasziniert. Es war so gut ausgearbeitet. Für dieses eitle und emotionslose Volk, das die Menschen für ihre Schwäche verachtet und doch von ihnen geliebt werden und so sein will sie, habe ich gleichermaßen Abscheu wie auch Mitleid empfunden.

Das Ende hat mir super gefallen, obwohl ich zwischen durch Angst hatte es würde nicht so werden wie ich es mir wünsche, zum einen erfährt man etwas das ich zu Anfang zwar vermutet hatte, aber dann verworfen habe, weil es gar nicht mehr danach aussah und zum anderen ist es einfach schön 🙂

Die Charaktere:

Isobel und Rook sind wunderbar.

Ich mochte Isobel direkt von Anfang an, sie ist klug, talentiert, fürsorglich und bodenständig. Sie weiß genau was sie will und wo ihr Platz ist und sie ist zufrieden damit.

Und dann kommt Rook und stellt alles auf den Kopf, löst Gefühle bei ihr aus, die sie nicht kannte, lässt sie alles hinterfragen wovon sie bisher dachte damit zufrieden zu sein.

Keine leichte Sache für ein 17jähriges Mädchen, doch sie verliert ihr Ziel und ihre Werte nicht aus den Augen und kämpft dafür.

Rook mochte ich auch sofort, er ist höflich, charmant und denkt zu wissen was er ist und was ihn ausmacht.

Und dann kommt Isobel und spiegelt sein tiefstes Inneres, das ihn in seiner Elfenwelt vernichten könnte.

Dennoch kann er so viel Menschlichkeit nicht Widerstehen und such einen Weg mit seinen neuen Erfahrungen umzugehen. Manchmal ist er wie ein wissbegieriger kleiner Junge und wenn Gefahr droht ist er der Ritter in der silbernen Rüstung.

Das Elfenvolk, auch hier konnte ich ganz deutlich spüren was ein ewiges Leben für jeden von ihnen bedeutet, wie sie um Grunde die Menschen um ihre Gefühle und das Talent Kunst zu erschaffen beneiden, wie sehr sie sich wünschten nicht mehr vor sich hin vegetieren zu müssen war ganz klar fühlbar.

Alles in allem hat M. R. Unvergessliche Wesen mit unvergessliche, lebendigen Charakteren geschaffen. Ich konnte mir jeden einzelnen sehr gut vorstellen und mich hinein fühlen.

Meine Meinung:

Eine spannende, mitreißende Geschichte über Liebe, Vertrauen, Eitelkeit und dem Wunsch nach Veränderung“

Der Erlkönig, Grabalben, die Wilde Jagd, Elfen, Elfenzauber und Elfenbestien, dieses Debüt ist voller Fabelwesen. Beschrieben in einem detaillierten, anschaulichen und fesselnden Schreibstil, der einem sanft einnimmt und in diese Welt entführt. Auch der Erzählstil – Isobel spricht den Leser direkt an – war ganz neue und frisch für mich und hat mir klasse gefallen.

Isobel und Rooks Geschichte war fesselnd, schaurig, schön und tiefsinnig. Margaret Rogerson hat ein Debüt vom feinsten hingelegt, über das ich noch lange nachsinnen werde. Ich war sehr beeindruckt von ihrer Art die Oberflächlichkeit, aber auch die Sehnsüchte eines unsterblichen Volkes zu beschreiben. Den Wunsch nach Veränderung, den Neid Lebewesen gegenüber, die sie eigentlich verachten und sich dennoch wünschen von ihnen geliebt zu werden.

Die Liebesgeschichte zwischen Isobel und Rook war herrlich, zwei unterschiedliche Welten, beide vollgepackt mit Vorurteilen, die aufeinander treffen, beide im Wissen das Falsche zu tun und doch nicht dagegen ankämpfen zu können, war wundervoll beschrieben und teilweise auch sehr witzig.

Ich fand „Rabenprinz“ wundervoll und fantastisch geschrieben und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

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