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NEUN von Zach Hines – Rezension

Buchrezension
NEUN“
von Zach Hines
Heyne
Verlag 2019 – Dystopie – Taschenbuch – 14,00€ – 363 Seiten –
Übersetzung:
Kristof Kurz – Originaltitel „NINE“ – Rezensionsexemplar



💜💜💜💜💜
Worum
es in der Geschichte geht:
Nach
einer Sonneneruption und monatelangem Regen bemerken die Menschen das
sie NEUN Leben haben. Wer stirbt wird in einem See wiedergeboren. Um
der Überbevölkerung entgegen zu wirken, hat die Regierung einen
Lebensplan und Lebensnummern eingeführt. Je höher die Nummer, umso
höher steigt man in der Gesellschaft und genießt bestimmte Vorzüge.
Julian
geht noch zur Schule, er ist eine EINS und somit ganz unten in der
Hierarchie. Auch er muss sich an den Lebensplan halten und bald eines
seiner Leben „auslöschen“. Doch er traut dem System nicht. Immer
mehr Menschen werden im See mit Wiedergeburtsfehlern oder gar keinen
Erinnerungen mehr an ihr voriges Leben – so genannte Retrogranten –
wieder geboren.
Gemeinsam
mit einer Freundin beginnt er das System zu hinterfragen und stößt
dabei auf weit schlimmeres als er erwartet hätte.
Mein
erster Eindruck zum Buch:
Obwohl
das Cover nicht meinem üblichen Beuteschema entspricht hat es mich
mit seiner spannenden Ausstrahlung neugierig gemacht.
Nach
dem durchlesen des, sehr passenden, Klappentextes war es für mich
klar, dass das eine Geschichte für mich ist.
Ich
lese sehr gerne Dystopien und diese Idee war neu für mich.
Schreibstil
und Lesefluss:
Die
Geschichte ist in Erzählform aus verschiedenen Perspektiven
geschrieben das hat mir sehr gut gefallen, denn so bekommt man einen
guten Einblick in die verschiedenen Charaktere, ihre Sorgen, Wünsche
und Beweggründe. Der Sprachstil ist passen zum Alter der
Protagonisten eher jugendlich, teils umgangssprachlich, aber nicht zu
salopp.
Zach
Hines hat einen lockeren, flüssigen und leicht zu lesenden
Schreibstil. Er legt in seiner Erzählung ein gutes Tempo vor, die
Kapitel sind eher kurz gehalten was mir persönlich immer gut
gefällt. Stimmung, Atmosphäre und Emotionen hat er sehr gut
transportiert und kamen absolut bei mir an.
Zur
Geschichte:
Es
war etwas ganz Neues für mich, was Zach Hines hier umgesetzt hat.
Die Idee mit den NEUN Leben und der Wiedergeburt fand ich klasse.
Gleich von Anfang an steckt man mitten im Treiben der „Auslöscher“
und kann die Jugendlichen dabei beobachten, wie sie einen
regelrechten, kreativen Sport daraus machen das nächste Lebenslevel
zu erreichen und wie wichtig es ihnen ist dazu zu gehören. Alle –
bis auf Julian.
Im
Laufe der Geschichte wird ganz deutlich wie das System der
Wiedergeburt und das erreichen der nächsten Lebenszahl jeden unter
Druck setzt und letztendlich auch Julian bricht.
Stück
für Stück wird es immer spannender und mysteriöser. Es kommen
immer wieder neue Fragen und Geheimnisse auf.
Währen
Teil I des Buches viel über die Schülerverbindung der „Auslöscher“
und ihrer Ziele und Stellung im System erzählt, läuft die
eigentliche Verschwörung eher – aber nicht weniger spannend – im
Hintergrund ab. Das ändert sich in Teil II der Erzählung, nun tritt
der Kampf Julians gegen das System und seine Ungerechtigkeit in den
Vordergrund.
Charaktere:
Zach
Hines hat einen bunten Haufen Protagonisten geschaffen, die vom
sozialen Stand hätten unterschiedlicher nicht sein können und doch
haben alle eine Gemeinsamkeit: Ihren Platz im Leben und in diesem
grausamen System zu finden.
Die
Protagonisten – ganz besonders Julian – haben mich berührt und
mit gerissen. Eben weil alle so verzweifelt darum kämpfen auf die
eine oder andere Art in ihrem sozialen Umfeld anerkannt und
angenommen zu werden.
Die
Schicksale und Erlebnisse der Einzelne sind bewegend und sehr
anschaulich beschrieben.
Hervorheben
möchte ich auf jeden Fall Julian, weil er nicht der dystopische
Superheld ist sondern ein junger Mann voll Emotionen, Ängsten und
Zweifeln, der versucht das Richtige für seine Familie zu tun.
Meine
Meinung:
Eine
spannende Dystopie mit lebendigen Charakteren, die ihren Platz im
Leben und in einem gnadenlosen System suchen.“
Ich
lese sehr gerne und sehr viele Dystopien und Zach Hines hat mich mit
seinem Debüt Roman ab dem Prolog abgeholt. Die Story hat mich
gleichermaßen gefesselt wie auch teils schockiert. Ich fand die Idee
und wie er sie umgesetzt hat einfach klasse und spannend. Natürlich
ist das Thema Tod keine leichte Kost und auf die eine oder andere
Beschreibung der kreativen Selbsttötung hätte ich verzichten
können, aber es ist nun mal ein großer Bestandteil der Geschichte
und des darin beschriebenen Systems.
Sein
Schreibstil ist temporeich, fesselnd und durch die kurzen Kapitel war
es schwer das Buch aus der Hand zu legen.
Die
Charaktere, besonders Julian, waren alle sehr gut durchdacht und
lebendig auf Papier gebracht. Die Sorgen, Ängste, Beweggründe und
Ziele der einzelnen Protagonisten waren echt und nachvollziehbar.
Mich hat die Geschichte super Unterhalten und deshalb gebe ich meine
klare Leseempfehlung an jeden Dystopie Fan.

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