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Exit Now von Teri Terry

Exit Now“ von Teri Terry

Coppenrath Verlag – 2019 – Dystopie – Prequel zur „Gelöscht“ Trilogie – Hardcover – 472 Seiten – 20,00 €

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Ein gelungenes Prequel, das meiner Meinung nach die „Gelöscht“ Reihe abrundet.“

Worum es in der Geschichte geht:

England ist aus der EU ausgetreten und hat seine Grenzen dicht gemacht. Alle Nicht-Engländer wurden aufgefordert das Land zu verlassen oder sich Einzubürgern.

Samantha ist 15 Jahre und die Tochter des Vizepremierministers, sie führt ein beschauliches und behütetes Leben, weit ab der Armut, die mittlerweile in London und großen Teilen Englands herrscht.

Für Sam ist alles ok und sie fügt sich ihren Verpflichtungen als Vizepremiertochter, lächelt auf Empfängen, trägt die hübschen Kleider, die ihre Mutter ihr aufschwatzt und hält ihren Vater für einen Helden.

Als sie die 17 jährige Ava kennen lernt fängt Sam an umzudenken, versucht sich ihre eigene Meinung zu bilden und die Lebensumstände, denen viele in England ausgeliefert sind, nicht mehr durch eine rosarote Brille zu sehen.

Auch die Aufstände im Land und die Unzufriedenheit der Menschen – besonders der Jugendlichen – werden immer heftiger und Sam kommt an einen Punkt an dem sie nicht mehr zuschauen, sondern handeln will.

Mein erster Eindruck zum Buch:

Es ist schon einige Zeit her, dass ich die „Gelöscht“ Trilogie gelesen habe, von der ich absolut begeistert war. Deshalb wollte ich auch unbedingt „Exit Now“ lesen. Mir gefällt das Cover sehr gut, es passt perfekt zur Reihe, allerdings gefällt mir das Buch ohne Schutzumschlag sogar noch besser, es sieht mit dem silbernen Aufdruck auf dem Buchrücken sehr edel aus.

Schreibstil und Lesefluß

Ich bin ein großer Fan von Teri Terrys Schreibstil, er ist flott, detailliert und anschaulich. Kurze Sätze erzeugen ein schnelles Lesetempo und die Kapitel sind auch nicht zu lang. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und mit den Protagonisten mitfiebern und mitleiden.

Der Sprachstil war passend, jugendlich und unkompliziert, genauso wie der Erzählstil, in der Ich-Form, beides hat mir sehr gut gefallen.

Durch ihr zackige Art zu schreiben hat sie es mal wieder geschafft mich an ihre Geschichte zu fesseln und noch so durch die Seiten fliegen zu lassen und ehe ich es mir versehen habe, habe ich mal kurz 472 Seiten gelesen und das Buch war zu Ende.

Zur Geschichte:

Mir hat die Geschichte um Ava und Samantha sehr gut gefallen, für mich rundet dieses Buch die „Gelöscht“ Trilogie ab.

Die Handlung beginnt, ca. 25 Jahre vor der Trilogie, nach dem Austritt Englands aus der EU und der Schließung der Grenzen.

Erzählt wird im Wechsel zwischen Sam und Ava aus der Ich – Perspektive. Man bekommt einen sehr guten Einblick in das jeweilige Leben und den sozialen Stand der beiden.

Aufgeteilt ist die Erzählung in vier Teile: Chaos, Kontrolle, Rebellion und Folgen. Im jeweiligen Teil wird sehr genau beschrieben wie sich die beiden Mädchen entwickeln und wie die äußeren Umstände, die zum größten Teil aus Aufständen, politischen Entwicklungen und den daraus folgenden Sanktionen bestehen, auf die beiden einwirken und wie sie sie verändern.

Auch die Entfaltung ihrer Freundschaft wird sehr schön beschrieben.

Ich fand die Geschichte jetzt nicht atemberaubend spannend, aber es war sehr interessant zu lesen, wie England sich aufgrund der Proteste nach und nach zu einem totalitären Land entwickelt. Den Bürgern, besonders den Jugendlichen unter 18 Jahren, werden immer mehr Rechte abgesprochen, Gefängnis und Todesstrafe, für aufständische Kinder ab 12 Jahren, werden eingeführt, um die Massen einzuschüchtern und zu kontrollieren.

Die Lage spitzt sich immer weiter zu und auch die „Lorder“ treten zum ersten mal in Erscheinung.

Viele bekannte Gesichter, die später in der „Gelöscht“ Reihe eine tragende Rolle spielen, lernt man hier kennen und es wird verständlich warum sie später so handeln wie sie handeln.

Ich fand die Story sehr gut durchdacht und strukturiert aufgebaut, perfekt auf die „Gelöscht“ Trilogie abgestimmt. Vom Ende war ich sehr überrascht, weil es alles über den Haufen geworfen hat was ich meinte zu wissen.

Die Charaktere:

Sam und Ava, aber auch alle anderen Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und für mich greifbar.

Sam ist 15 Jahre und genauso handelt sie auch, bockig und darauf aus sich ihre Vater gegenüber zu behaupten und ernst genommen zu werden. Ava waren die 2 Jahre, die sie älter ist als Sam deutlich anzumerken, sie macht sich mehr Gedanken zu den Konsequenzen und ist dementsprechend vorsichtiger.

Beide haben sich während der Geschichte deutlich verändert und sind über sich hinausgewachsen, das hat mir sehr gut gefallen.

Meine Meinung:

Mir hat „Exit Now“ richtig gut gefallen, es war nicht atemberaubend spannend, es war eher ergreifend und fesselnd. Die Entwicklung von der Schließung der Grenzen bis hin zur Machtübernahme durch die Lorder, fand ich teilweise sehr krass.

Sam’s und Ava’s Geschichte war schön, wie auch traurig. Zwei junge Menschen, die all dem was um sie herum passiert im Prinzip völlig ausgeliefert sind und sich dennoch, trotz all der todbringenden Gesetze den entscheiden etwas für ihre Zukunft zu tun und die Hoffnung bis zuletzt nicht aufgeben war sehr bewegend beschrieben.

Teri Terry’s Schreibstil war gewohnt flott und fesselnd und dennoch detaliert und anschaulich, so dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.

Besonders gut hat mir gefallen nähere Informationen dazu zu bekommen warum die Protagonisten in der „Gelöscht“ Reihe handeln, wie sie handeln und was z.B. der ausschlaggebende Punkt war der zur Erfindung des „Slatens“ geführt hat.

Das Ende hat mich sehr überrascht, weil es alles über den Haufen geworfen hat was ich meinte zu wissen.

Für mich hat dieses Prequel die Reihe abgerundet, komplett gemacht und lässt mich rundum zufrieden zurück.

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