Alle Buchrezensionen,  Fantasy

AKUMA von Nicole Siemer

AKUMA“ von Nicole Siemer

Empire Verlag – 2020 – Horror Thriller – Einzelband – Taschenbuch –
245 Seiten – 9,99 € – ISBN
978-3750441064 – ab 18 Jahre
💜💜💜💜💜

AKUMA ist mein neuer Lieblingsdämon“

Oktober ist mein Motto Monat: Mystisch soll es sein, ich möchte nur Bücher lesen in denen Hexen, Dämonen, Geister, Vampire und andere übernatürliche Wesen vorkommen. „AKUMA“ war mein erstes Buch für dieses Motto und gleichzeitig auch mein erster Horror Thriller.

Das Cover hat mir sofort super gefallen und es passt gruselig und mystisch wie es ist perfekt zur Geschichte. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht + verspricht einen Thriller der besonderen Art und so war es auch. Dieses Buch hat mich völlig überrascht, weil es so komplett anders war als ich es mir vorgestellt habe.

Worum es in der Geschichte geht:

Kjara ist Autorin mit einer traurigen Kindheit, ihr bester Freund Akuma ist ein Dämon. Die beiden führen eine ganz besondere Beziehung und haben eine gemeinsame Mission.

Also Kjara auf Erik trifft und sich unsterblich in ihn verliebt wendet sie sich der Kirche zu und von Akuma ab. Sie möchte frei sein, ein Leben ohne ihn leben, sich voll + ganz Erik widmen und ihn heiraten. Akuma ist darüber nicht erfreut + fühlt sich verraten, er sucht einen Haken an Kjaras neuer Liebe, aber er findet keinen. Die Menschen sind für ihn sowieso ein Rätsel mit ihren komischen Gefühlen, so was kennt Akuma nicht oder vielleicht doch? Nicht jeder ist immer der, der er zu sein scheint und jeder hat eine Bürde zu tragen und mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen.

Zur Geschichte:

Auf der ersten Seite befindet sich eine Triggerwarnung, am Ende des Buchs wird aufgeführt was getriggert wird.
Die Geschichte ist in drei Teile eingeteilt und wird aus verschiedenen Perspektiven von einem Erzähler erzählt. Die Erzählperspektive wechselt teilweise auch im Kapitel, es ist aber sehr gut zu verfolgen wer gerade erzählt.

Der Einstieg ist direkt spannend, man lernt Kjara kennen wie sie in der Kirche Pastor Hege begegnet und beichtet. Auf den nächsten Seiten kann man sich schon ein Bild über die beiden Charaktere machen.

Im Verlauf der Erzählung gibt es immer wieder Zeitsprünge, in die Vergangenheit in denen man erfährt wie Kjara + Akuma sich kennen gelernt haben und was die beiden Verbindet. Gegen später erfährt man auch mehr über Akumas Vergangenheit + seine Herkunft.

Die Handlung ist spannend, fesselnd und extrem gut aufgebaut, sie nimmt immer wieder Wendungen, die ich nicht erwartet hätte. Der Wechsel zwischen den Perspektiven, Vergangenheit und Gegenwart gibt einen super Blick auf die komplette Erzählung. Der Leser hat so die Möglichkeit zu verstehen, nach zu empfingen und sich ein ganz genaue Vorstellung der Charaktere zu machen. Die trockene, witzigen Dialoge zwischen Kjara und Akuma lockern die Handlung immer wieder auf. Es ist ein bisschen gruselig, an manchen Stellen auch brutal und eklig, für mich war es aber lesbar und mein Fokus lag eher auf dem Verhalten und den Gefühlen von Akuma und Kjara, deren Freundschaft + gemeinsames Zeil sowieso eher im Mittelpunkt der Handlung steht.

Das Ende ist nervenaufreibend, fesselnd und lässt einem mitfiebern, bangen und hoffen.

Die Charaktere:

Obwohl die Geschichte nur 254 Seiten lang ist haben alle Charaktere echte Tiefe, haben mich berührt und Sympathie bzw. Antisympathie ausgelöst.

Besonders Akuma ist mir ans Herz gewachsen, sein trockener Humor und seine Sicht auf die Menschen hat mich mehr als einmal zu Schmunzeln gebracht. Akuma ist aber auch traurig + verletzlich, hadert mit sich selbst und hinterfragt sich, das hat mich sehr berührt.

Ich konnte Kjara wie auch Akuma sehr gut verstehen und mit ihnen mitfühlen Die Freundschaft der beiden, die Verbindung, das gemeinsame Zeil war super beschrieben und kam zu 100% bei mir an.

Aber auch Pastor Hege war ein sehr interessanter Charakter, seine traurige Vergangenheit, sein Alkoholproblem, das hadern mit Gott war sehr menschlich und wie Akuma in all dem auf ihn eingewirkt hat mich bewegt.

Schreibstil und Lesefluss:

Nicole Siemer hat eine wundervolle Art zu schreiben. Lebendig, alles gut vorstellbar, witzig, tiefsinnig + emotional ergreifend erzählt sie Akumas Geschichte.

Dafür brauch sie keine vielen Worte, aber sie wählt sie super, an den richtigen Stellen gehen sie tief und haften, an anderer Stelle nutzt sie sie lediglich dazu eine Szene zwar gruselig, brutal oder eklig zu gestalten, aber so dass es sich nicht in den Vordergrund drängt und wirklich nur zur Untermalung dient. Das hat mir sehr gut gefallen.

Sie führt fesselnd, mit kurzen Kapiteln, durch die Seiten + das Buch lässt sich locker, flüssig und leicht lesen, so dass ich es teilweise nicht beiseite legen wollte, weil ich neugierig war wie es weiter geht.

Meine Meinung:

AKUMA“ war mein erster Horror Thriller und ich wurde so positiv überrascht, weil es komplett anders war wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich fand Akumas + Kjaras Geschichte spannend, fesselnd, ein bisschen gruselig aber auch berührend, traurig und mitreißend.

Ich konnte mit den beiden sehr gut mitfühlen und habe ihre Wünsche und Ängste verstanden. Akuma ist mein neuer Lieblingsdämon, seine trockene Art + sein neugieriger Blick auf die Menschen haben mich mehr als einmal zu schmunzeln gebracht, seine Selbstwahrnehmung und sein innerer Kampf haben mich berührt.

Aber auch Kjara und Pastor Hege waren mir super sympathisch + haben mich berührt.

Nicole Siemer hat eine gruselige + etwas brutale Geschichte über Freundschaft, Verrat, Moral und Zwiespalt geschaffen, die mich total gefesselt hat. Ihr Schreibstil ist wunderbar, lebendig, witzig, tiefsinnig + emotional ergreifend. Mit wenigen Worten erschafft sie Bilder, beschreibt Situationen und transportiert Gefühle. Ein Thriller, der für mich trotz mancher brutaler Szenen und absolut lesbar war, weil die Schockelemente eher zur Untermalung gedient haben und nicht vom Kern der Geschichte abgelenkt haben. Für mich hatte dieses Buch alles war ich mir wünsche: eine spannende, unvorhersehbare Handlung, Tiefgang und interessante Charaktere. Absolute Leseempfehlung für alle ab 18 Jahre, die mehr in einem Horror Thriller als rohe Gewalt und Blut suchen.

Weitere Meinungen:

” Akuma ist ein so düsterer und zugleich liebenswerter Dämon. Und seine Geschichte zeigt, dass der Schein häufig trügt und dass es wichtig ist, auch hinter die Maske eines Menschen zu blicken….. “

Jenny von legendofbookworm

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.