Wir sind das Urteil von Nina Rudt
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Wir sind das Urteil von Nina Rudt

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Wir sind das Urteil – Nina Rudt – Dystopie – Bookspot Verlag – 2023 – Taschenbuch – 342 Seiten – 15,95 € – ab 14 Jahre – Einzelband – Highlight

Das erste Buch, das ich von Nina Rudt, gelesen habe war „Todeslieder“. Damals war ich schon total begeistert von ihrem Schreibstil. Deshalb habe ich mich umso mehr auf ihr neuestes Werk gefreut. „Wir sind das Urteil“ spielt in einem alternativen Deutschland und behandelt die Frage: Was wäre wenn die Bevölkerung ein Mitsprache recht in der Justiz hätte? Ja, sogar direkt eingreifen könnte. Was wäre wenn nicht ein Richter über Freispruch – Haft – Tod entscheiden würde, sondern z.B. der Nachbar, die Frau vom Gemüsestand, die Dame an der Kasse?

Wie neutral + objektiv könnten diese Menschen sein, wenn die Anklage zum Medienereignis schlecht hin wird?

Worum es in der Geschichte geht:
JUDGE – die moderne Form der Demokratie. In einem alternativen Deutschland wurde vor 16 Jahren die App JUDGE entwickelt. Damit haben die Bürger mehr Mitspracherecht in Justizfällen. Zeitgleich wurde auch die Todesstrafe wieder eingeführt.

Als Pinars Bruder – Yas – sich auf einer Party mit der beliebten Influencerin – Charlotte – streitet und diese dabei von einem Auto angefahren wird, wird der 16 jähre Türke des versuchten Mordes beschuldigt und angeklagt.

Yas beteuert seine Unschuld. Doch für die Medien ist er ein gefundenes Fressen und und es beginnt eine Hetzjagd auf den jungen Mann.

Das Volk soll entscheiden: Freiheit – Haft – Tod. Für Pinar und ihre Familie beginnt eine Zeit voll von Demütigung, Anfeindung und Verzweiflung.

Ist es möglich, Menschen von einer Unschuld zu überzeugen, die sich sowieso schon ein festes Bild von einer Person gemacht haben?

Zur Geschichte:

Die Geschichte wird aus Pinars Sicht erzählt. Man begleitet sie in der Schule, bei ihrem Freund Jonathan zu Hause und zur Party. Die Türkin lebt ein normales Teenager Leben, bis zum Abend des Unfalls.

Gemeinsam mit Pinar + Yas durchlebt der/die Leser: in die Ausmaße der Anschuldigungen. Den Medienrummel, die Anfeindungen, den Fremdenhass, die Vorurteile, die Brutalität mit der Menschen vorgehen, wenn sie sich eine Meinung gebildet haben.

Während der Verhandlungstage kämpft Pinar verzweifelt für ihren Bruder und ist bis zum Schluss von seiner Unschuld überzeugt. Die Geschichte ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, berührend und regt zum nachdenken an.

Mein Fazit:

Wir sind das Urteil“ war mein Highlight im Oktober. Meiner Meinung nach sollte es Pflichtlektüre im Deutschunterricht werden. Die Geschichte ist spannend, bewegend, kritisch und regt zum nachdenken an. Es geht um Manipulation, Rassismus, Lügen und die Macht der Medien. Ganz besonders des Internets. Es zeigt aber auch wie Familie und Freunde selbst in schweren Zeiten Halt geben und wie wichtig sie sind.

Mich hat Pinars Geschichte sehr berührt und mir vor Augen geführt wie schnelle und oft unbewusst ich mir ein Urteil über Menschen bilde.

Das Ende hat mich echt zerstört, aber es war absolut passend. Mein Highlight und deshalb absolute Leseempfehlung für jeden.

Weitere Meinungen findest du bei:
sannesbookcatalogue 
phantastiknews

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