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Das Dorf Finsterzeit 1 von Sandra Toth

Das Dorf – Finsterzeit 1“ von Sandra Toth

Feuerwerk Verlag – 2020 – Dystopie – Band 1 einer Reihe – Taschenbuch – 275 Seiten – 12,90 € –

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Vielen Dank an BoD – Books on Demand für das Rezensionsexemplar

Ein tolles Debüt und eine spannende, realitätsnahe Geschichte auf Charakterbasis.“

Auf Instagram bin ich auf das Debüt von Sandra Toth aufmerksam geworden, das Cover hat mir super gut gefallen. Es strahlt etwas bedrohliches aber auch Hoffnung aus. Der Klappentext hat mich neugierig darauf gemacht wie wohl eine Welt ganz ohne Strom aussehen könnte.

Worum es in der Geschichte geht:

In Deutschland ist das Stromnetz komplett zusammengebrochen. Es wurde von einer kleinen Gruppe, im Zuge der Energiewende, sabotiert. Arm und Reich sind gespalten und Chaos regiert. Die Menschen leben in Angst, sie flüchten und versuchen sich in Sicherheit zu bringen, denn jeder ist sich selbst der Nächste und keiner ist mehr sicher vor dem Anderen. Die Regierung greift nicht ein und somit benehmen sich die Menschen schlimmer als Tiere, sie rauben + morden, um an Lebensmittel oder andere Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs zu kommen.

Auch Lara und Thomas sind auf der Flucht, sie haben ein Ziel: Die Festung. Erbaut von Thomas Großvater, soll sie ihnen Schutz bieten. Doch der Weg dorthin ist mühsam und gefährlich. Als sie im Wald auf eine Gruppe Männer treffen scheint ihre Reise zu Ende zu sein, doch es kommt anders als sie erwartet haben, denn auch in den schlimmsten Zeiten gibt es doch noch Menschen, die sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben.

Zur Geschichte:

Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht. Es beginnt direkt mit Laras + Thomas Flucht vor Plünderern und damit wie sie um ihr Leben bangen. Der „Zusammenbruch“ wird sehr gut und verständlich beschrieben, so dass ich mir ein sehr gutes Bild machen konnte.

Die Dystopie spielt in Deutschland + ist zu Anfang in drei Handlungsstränge aufgeteilt, die gegen Mitte der Geschichte in einander laufen und ein ganzes ergeben. Es wird auch aus drei Perspektiven – von einem Erzähler – erzählt, die gute Einblicke in die jeweiligen Situationen der Protagonisten geben, ihre Gefühlslage, wie sie mit all dem was passiert umgehen und wie es sich auf sie auswirkt.

Das Thema Energiewende war frisch und neu für mich und die Idee des kompletten Zusammenbruch des Stromnetzes hatte ich noch nicht gelesen.

Sandra Toth beschreibt wie erschreckend gefährlich es sein kann, wenn die Regierung die Hände in den Schoß legt und jeder machen kann was er will und nur noch an sich selbst denkt.

Die Geschichte ist in sich stimmig, spannend und fesselnd. Das Ende ist aufregend, lebhaft und macht große Lust auf den nächsten Band.

Die Charaktere:

Im großen und ganzen waren die Protagonisten sehr gut ausgearbeitet und bis auf Lara und Thomas für mich auch sympathisch.

Lara, sie ist 19 Jahre und in sich ein bisschen widersprüchlich – auf der einen Seite mutig und auf der anderen so hilflos. Ich mochte ihren egoistischen und kindischen Charakter nicht so gerne, dadurch konnte ich auch nicht wirklich mit ihr mitfühlen.

Thomas, ist etwas älter als Lara und ich fand in zu Anfang sympathisch, ich empfand ihn als nett und fürsorglich, aber dann legt er eine herrische und unberechenbare Art und Weise an den Tag, mit der ich gar nicht klar kam. Er behandelt Lara wie ein kleines Kind, was ihn noch unsympathischer für mich machte.

Die anbandelte Liebesbeziehung der Beiden, die sich nach und nach entwickelt konnte ich ihnen nicht abnehmen. Auch hatte es von Anfang an etwas toxisches für mich, das mag ich gar nicht.

Aber kommen wir zu den zwei Protagonisten, die ich sofort ins Herz schließen konnte – Viktor und Walter. Beides Männer im mittleren Alter und von Herzen gut. Ehrlich und fürsorglich. Der Beweis dafür, dass es selbst im absoluten Chaos möglich ist sich seine Menschlichkeit zu bewahren und durch Zusammenhalt großes zu bewirken und zu erschaffen.

Schreibstil und Lesefluss:

Ich mag Sandra Toth’s Schreibstil sehr. Er ist sehr flüssig, anschaulich und fesselnd.

Besonders die traurige + beschwerliche Atmosphäre wurde sehr gut transportiert. Bei den Emotionen hat es teilweise etwas gehakt, besonders bei Lara und Thomas das wirkte mir zu steif. Wiederrum waren die Emotionen von Walter und Viktor durch und durch spürbar und kamen bei mir an.

Ich mochte auch, dass die Geschichte in kurze Kapitel unterteilt war, so ließ sich das Buch super flüssig lesen, weil ich direkt immer wissen wollte wie es weiter geht.

Meine Meinung:

Das Dorf – Finsterzeit 1“ hat mir sehr gut gefallen. Ich fand die Idee – totaler Stromausfall – frisch + neu, ich hatte so etwas in der Art noch nicht gelesen. Sandra Toth’s Schreib- und Erzählstil hat mir auch super gefallen, die Geschichte war lebhaft, fesselnd + auf Charakterbasis sehr spannend. Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich Menschen auf Ausnahmesituationen reagieren + das hat sie, meiner Meinung nach, fantastisch und realitätsnah umgesetzt. Mit Lara + Thomas hatte ich meine Probleme, ich mochte sie nicht besonders gern, dafür sind mir aber Walter + Viktor sehr ans Herz gewachsen. Die Handlung war sehr gut durchdacht und umgesetzt, bis auf die Liebesbeziehung zwischen Lara + Thomas, die hatte mir etwas erzwungen gewirkt. Aber alles in allem hat Sandra Toth ein super Debüt hingelegt und ich bin schon sehr gespannt auf den 2ten Band, der im August erscheint. Ich möchte nämlich wissen wie es in „Der Festung“ weitergeht. Absolute Leseempfehlung.

Weitere Meinungen:
Das Dorf kann ich allen empfehlen, die gerne Dystopien lesen. Alle, denen die normalen Bücher in diesem Genre immer etwas zu unrealistisch sind, weil man sie ja auch meistens dem Genre Fantasy zuordnen kann, werden diese Reihe lieben….“
Nicole von hexenundprinzessinen

3 Kommentare

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